size matters

Warum diese Überschrift? Wir haben mittlerweile unseren 2. Großeinkauf hinter uns, um die Vorräte im Haus wieder aufzufüllen. Die Preise sind ca. 1:1 wie in der Schweiz. Die Kanadier verdienen im Vergleich ja mehr als wir, aber für uns ist es extrem teuer, hier zu leben. Zum Glück hab‘ ich momentan (noch) keine Ausgaben. Wenn man hier einkaufen geht, entdeckt man Verpackungen in einer Größe, die man sich vorher gar nicht vorstellen konnte. Allein, was die hier für einen Peanutbutter-Pott zu Hause haben! Getränke gibt’s meist in 2 Liter Flaschen. A propos, Getränke:

Letzte Woche beim Abendessen hab‘ ich Bier mit Cola gemischt. Wisst ihr, was ich da für Blicke geerntet hab, stellvertretend für die französische, japanische und kanadische Trinkkultur? Die dachten wohl, ich spinne.

Und dann hab‘ ich denen auch noch erzählt, dass es das bei uns fertig gemixt in Flaschen zu kaufen gibt. Geht ja gar nicht, ne?!

 

Nach 2 Wochen kehrt hier allmählich der Alltag in Dashwood Meadows ein und dem wollte ich ja eigentlich aus dem Weg gehen.

Morgens vor dem Frühstück Tiere (= ca. 34 Alpacas, 2 Lamas, Hühner, 1 Hahn, 2 Esel, 3 Hunde) füttern und Gehege reinigen (nicht so schön). Den Tag über fallen dann verschiedene Aufgaben an. Dienstags zum Beispiel geht man mit Hund und Esel Gassi, Freitags wird das Haus geputzt. Wenn Pavel zu Hause ist und er an seiner Holzhütte weiterbaut, helfen wir auch ihm manchmal. Heute haben wir dicke Rosenwurzeln eingepflanzt. Ab und zu fangen wir einige junge Alpacas ein, binden ihnen ein Halfter um und führen sie im Hof Gassi. Das mögen die ganz und gar nicht, müssen sie aber lernen, für die Wettbewerbe.

 

Ahja, falls jemand an Alpacawolle bzw. gestrickten Sachen daraus interessiert ist, kann sich gerne bis zum 5.10. bei mir melden. Ist aber sehr teuer, Socken z.B. 20 bis 25 $ CA. 😮

 

Marion und ich reden oft über die Situation hier, weil sie sich nicht ganz wohl fühlt, durch Amanda. Wir mögen beide Pavel mehr. Amanda ist manchmal etwas herrisch. Und es ist auch schade, dass wir selten „bitte“ oder „danke“ zu hören bekommen.

Alles in allem bin ich aber immer noch zufrieden, denn Marion und ich verstehen uns gut.

Meinen nächste Host-Dauer (ich weiß noch nicht, wo) werde ich auf 3 Wochen kürzen.

Ich denke, 3 Wochen sind einfach die perfekte Aufenthaltsdauer für’s Wwoofing.

 

Letztes Wochenende waren Marion und ich mit Jan (Sohn von Pavel und Amanda) und einem Freund von ihm (Eric) campen, was sehr cool und entspannt war! Wir haben nichts getan und davon ganz viel!

Versorgt wurden wir alle bestens, während wir Mädels nicht mal einen Finger dafür rühren mussten!

Mit 3x am Tag Fleisch wurden wir bekocht. Morgens Bacon & Eggs & Erdbeeren (unbedingt probieren!), mittags Hot Dogs, abends ein Steak vom Grill und Salat oder Kartoffeln.

Neben dem Essen haben wir gechillt, sind Kanu gefahren, haben viel geredet und sind zum Feuerholz holen mit dem Jeep (hier „truck“) herum gefahren. Währenddessen haben wir immer mal nach einem Bären Ausschau gehalten, aber leider (noch!) keinen gesehen.

 

Ihr müsst vielleicht noch wissen, dass sich das Campen deutlich von dem unterscheidet, was ich bisher in Europa erlebt hab. Da ist nix mit Zivilisation! Am Cedar Lake gab’s 3 kleine Plätze mit einer Kompost-Toilette. Nix Camping-Supermarkt, nix Bar, nix Rezeption! 😀 Alles umsonst hier! Mitten im Wald. Bilder folgen.

 

Sonntag hat uns Jan in seiner Heimatstadt Campbell River noch die Elk Falls Wasserfälle gezeigt. Dafür sind wir insgesamt ca. 3 Stunden gewandert, den Muskelkater hatte ich noch 2 Tage danach, da ich ja das laufen liebe, haha. Und auf dem Hinweg ist es dann passiert: Mein erster Schwarzbär! Leider hab‘ ich mir die Begegnung schöner erhofft. Der Bär war nicht so ganz erfreut, uns zu sehen. Wahrscheinlich waren wir einen Augenblick lang zu leise, sodass er nicht auf uns vorbereitet war. Beim Wandern muss man immer Lärm machen. Eigentlich haben die ja Angst vor dir und hauen ab, sobald sie etwas fremdes hören. Das war bei uns nicht der Fall. Der Bär stemmte sich skeptisch aufrecht gegen einen Baum. Während Marion und ich langsam rückwärts liefen, ging Jan auf das Tier zu, klatschte in die Hände, machte sich groß und brüllte. Nach einer Zeit drehte sich der Bär um und verschwand. Puh!

 

Die Frage von Amanda später war, ob ich denn kein Foto geschossen hätte?! Nee, dafür hatte ich viel zu viel Schiss in diesem Augenblick!

Also Mama, wappne dich mit Glöckchen und Trillerpfeifen. 😉 Ich hoffe, ich hab‘ dir jetzt nicht die Vorfreude verdorben?

 

Ich vermisse euch,

eure Franzi

 

P.S.: Gestern haben Marion und ich von Amanda stricken gelernt. 😀

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Ein Kommentar zu “size matters

  1. wie cool, was du alles erlebst! du bist halb so lange weg wie ich und hast schon fünfmal so viel erlebt. ich Gammel nur die Wochen mit Alltag durch… aber schön ist es ja auch.

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