Winter is coming I

Die letzte Woche auf der Farm war erstaunlich gut, wir haben so einiges unternommen – mit Amanda! Irgendwie hat sie sich verändert, sie kümmert sich mehr um uns. Vielleicht ist ihr bewusst geworden, dass wir an sie gebunden sind, wenn wir auch mal etwas anderes als die Farm sehen wollen, denn sie hat das Auto. Vielleicht liegt es auch an Yancy, einer neuen Wwooferin. Oder vielleicht hat Jan seine Mum auch einfach nur mal drauf hingewiesen.

Naja, jedenfalls hat Amanda uns ihren Lieblingsstrand in Deep Bay gezeigt, wo wir sogar kurz 2 Seehunde auftauchen sahen. Der Ort war unbekannt und schön still.

Sie hat uns einen riesigen Second Hand Shop in Parksville gezeigt und die English River Falls. Wir haben gelernt, wie man Birnen und Rote Beete einkocht und Marmelade selbst macht.

Ein paar Worte zu Yancy aus Hong Kong. Sie ist 36, was man ihr nie abkaufen würde. Ihr Englisch ist gut, weil sie Lehrerin in Hong Kong war. Trotzdem stellt sie uns (Marion und mir statt Amanda) sehr viele Fragen und am nächsten Tag dann nochmal die selben. Immer fragt sie uns, ob sie dies und das machen darf anstatt es einfach zu tun. Wir wissen, dass es an ihrer Kindheit liegen könnte, dass sie so unselbstständig und unsicher ist und Marion und ich bemühen uns wirklich um sie. Wir haben ihr Fahrrad-Unterricht gegeben und ich habe sie einmal mit ins Schwimmbad mitgenommen (ich selbst war leider auch nur einmal da), um ihr zu zeigen, wie man Wasser mögen kann ohne Angst davor zu haben (sie kann nicht schwimmen). Yancy war begeistert, aber eher von dem für mich VIEL zu heißen Whirlpool, in dem sie die meiste Zeit verbrachte, sodass ich dann meine Bahnen ziehen konnte.

Trotzdem ist sie manchmal sehr anstrengend und ich kann einfach bis heute nicht glauben, dass sie 36 Jahre alt ist…

Yancy hat uns von Hong Kong erzählt und warum sie auswandern möchte. Dort zu leben muss schrecklich sein. Zu viel Verkehr, zu viel Eile, zu viele Menschen. Ständig wird Leistung von den Menschen erwartet. Freizeit? Kennt dort niemand. Yancy hat ganze 8 Jahre lang den Job als Lehrerin ausgehalten, mit nur 4 (!) Stunden Schlaf am Tag. In den Wohnungen liegt der Staub von den Abgasen, wenn man nicht häufig putzt.

Leute, seid froh, dass ihr in Deutschland lebt. Nutzt eure Chancen, genießt eure Freizeit und vor allem: Geht auf Reisen. 🙂

Das alles und vor allem meine Kuschel-Eselin Anika habe ich nun hinter mir gelassen – aber mit Wiedersehensgedanken! Marion und ich haben die Farm am selben Tag verlassen, sie ist jetzt in den Rocky Mountains und hat dort einen Job für die nächsten 3 Monate.

Und ich habe dafür jetzt meine Mama hier, mit der ich mir 2 Wochen Urlaub gönne.

Aufatmen konnten wir aber erst, als ihr verspäteter Koffer nach 2 Übernachtungen bei uns ankam. Endlich kann ich viele Tafeln Schokolade mein Eigen nennen, ha!

Das Wetter hat leider eine Kehrtwendung gemacht, das heißt, der Herbst ist eingetroffen. Die ersten 3 Tage war es warm und sonnig mit strahlend blauem Himmel – so wie ich es bisher von der Insel gewohnt war. Mittlerweile ist es düster und nebelig, was auf manchen Fotografien seinen Reiz haben mag, aber bei Regen lassen sich leider nicht viele unserer Pläne umsetzen, wie zum Beispiel Fahrrad oder Kanu fahren.

Also drückt uns die Daumen, dass das Wetter noch einmal für eine Woche umschwenkt!

Ich hab‘ noch viel zu Erzählen, aber will euch nicht mit so viel Information auf einmal zutexten. Deshalb teile ich den Bericht an dieser Stelle und fahre fort, wenn sich mal wieder Zeit findet. 🙂

Lasst es euch gut gehen!

P.S.: Ich war zwischenzeitlich mal für eine Brauereiführung zurück im Herzen der Natur! Habt ihr mich gesehen?

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5 Kommentare zu “Winter is coming I

  1. Das ist doch schön, dass Amanda noch was mit euch gemacht hat 🙂
    Ich würde mir auch nie wünschen in Hong Kong geboren zu werden.. ich brauche ja mindestens doppelt so viel Zeit zum Schlafen. Die Leute dort tun mir Leid, das Leben kann doch so schön sein. Aber wenn es die Umstände so verlangen, kann man leider auch nichts tun. Es ist schön zu hören, dass Yancy versucht, da mal für ne Weile rauszukommen und so mal die schönen Seiten der Welt kennenlernt.

    Ich wünsche euch natürlich schönes Wetter und eine wunderschöne Zeit!
    Viel Spaß noch und ich erwarte, dass der restliche Teil noch online gestellt wird! 😀

    Lulu ♥

  2. Du warst doch nicht ernsthaft mal zuhause um ne Brauereiführung mitzumachen?! Wenn doch: Ich werde dich als die einzig wahre Lokalpatrioatin meinen Arbeitskollegen vorstellen… 🙂

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