winter is coming II

Nanaimo liegt zwar vergleichweise zentral, ist aber keine tolle Stadt. ‚Hier sollen 80.000 Einwohner leben?‘, fragen wir uns. Sie tummeln sich entlang des Highways in den zig Shopping Malls mit immer den gleichen Supermärkten. Die „Downtown“ ist schwer zu finden und hässlich. Die Uferpromenade ist schön, aber dort ist nichts los. Also in der „Downtown“ ist auch nichts los. Aber der Nanaimo Bar ist genau mein Ding, haha (bitte googeln)!

Nachdem Mum am Sonntag ihren Jetlag endlich ausgeschlafen hatte, ging unser erster richtiger Ausflug am Montag auf die Insel Newcastle Island, die wir in 3 Stunden umliefen. Da war das Wetter noch perfekt.

Auf Vancouver Island gibt es so viele Parks und Aussichtspunkte, bei denen wir oft spontan einen Abstecher machen, dass ich einfach mal die Bilder in der nächsten Galerie für sich sprechen lasse.

2x waren wir in Vancouver. Zuerst waren wir ehrlich gesagt enttäuscht. Vielleicht lag es am düsteren Wetter, an den hohen Erwartungen oder vielleicht an den Stadtvierteln, die wir uns angeguckt haben. Gastown und Chinatown. Eigentlich auch beliebte Gegenden für Touristen mit vereinzelt coolen Shops. Aber ab und zu blickt man in die dreckigen engen Gassen zwischen den großen Straßen und bekommt irgendwo Angst oder ein mulmiges Gefühl. Obdachlose schlafen am Boden, Junkies dealen mit Drogen. Die Polizei sah aus wie bei einer Razzia.

Nachmittags hatten wir noch kurz Zeit für Granville Island, wo es uns eine Woche später auch wieder hingezogen hat. Hier finden sich viele Künstlerateliers, Shops und der Public Market ist voll frischer Spezialitäten. Besonders morgens ist es cool, dort einen Milchschaum mit Cappuccino (ja, so war es leider) zu trinken und zuzuschauen, wie sich die Halle mit Besuchern füllt. Stanley Park und Canada Place sind an diesem Tag leider ins Wasser gefallen, sodass wir die restliche Zeit wieder zum Bummeln nutzten. Von Yaletown hatten wir auch mehr erwartet. Irgendwie gab’s da mehr Friseure als sonst was.

Aber letztendlich war die 2. Fahrt nach Vancouver besser. Die Stadt meiner Träume ist es allerdings nicht. Na gut, vielleicht im Sommer – wenn man sich nach dem Shoppen an einen der keine 10 Min. entfernten Strände legen kann. 🙂 Scheinbar musste ich mich nach 1 Monat Leben am Arsch der Welt auch erst wieder an Großstadt gewöhnen. 😀

2x waren wir auch in Victoria, der Hauptstadt von British Columbia. Schönes Städtchen. Irgendwie fehlen mir aber auch hier die Fußgängerzonen. Ist wohl eher ein europäisches Phänomen.

Vorher haben wir einen kurzen Stopp im Goldstream River Park gemacht und Lachse springen sehen, was immer zwischen Oktober und Dezember geschieht. Die erste Fahrt nach Victoria war auch die erste Fahrt mit dem Mietwagen. Das wurde auch mal Zeit, denn ohne Auto bist du hier echt aufgeschmissen, wenn du andere Orte sehen willst. Einmal haben wir für 1,19 CA$ getankt. 1,19! Das sind 0,92 € pro Liter für Benzin!

Ich hab‘ hier ein gutes Beispiel für den Vergleich zwischen Autofahrern in Europa und Kanada:

Mama steht an einer Ampel für Linksabbieger, hinter ihr Autos. Die Ampel will einfach nicht grün werden. Europa: Hupen, Fenster runter, rufen?!

Kanada: Aussteigen, nach vorne laufen, zaghaft an die Scheibe klopfen und freundlich erklären, dass unser Auto nicht nah genug am Sensor der Ampel steht.

In der Mitte der Insel liegt Port Alberni. Die kleine Stadt hat mich irgendwie fasziniert. Sie ist nicht besonders hübsch, aber rundherum sind Berge und Wildnis. Man kann Bären beobachten, mitten in der Stadt! Victoria Quay heißt der Platz oder die Straße, von wo aus man einen sehr guten Blick auf eine Art Halbinsel hat. Wir erwarteten nicht viel, wollten nicht lange bleiben. Sahen einen Seehund und lernten einen deutschen Einwanderer aus Jever kennen, dessen Deutsch nach 55 Jahren doch sehr Englisch klang.

Tatsächlich haben wir dann doch einen Bären gesehen, diesmal zum Glück aus sicherer Entfernung! Er trottete seelenruhig zum Wasser, um sich einen toten Fisch zu schnappen und verschwand dann wieder hinter dem Felsen.

Manchmal bei Ebbe laufen die Bären über das Flussbett, dann über die Straße in die Gärten, um frisches Obst zu naschen.

Als wir schon dachten, dass der Regen uns nicht mehr viele Möglichkeiten offen lassen würde, wurden wir für genau einen Tag in Tofino mit strahlendem Sonnenschein überrascht. Danke Lulu, das war dein Daumen-Drücken! 🙂

Das kleine, aber berühmte Surferdorf liegt an der Westküste der Insel, wofür wir jeweils 3 Stunden pro Strecke (hin und zurück) brauchten. Die Straße ging durch die Pampa, aber schöne, bergige Pampa. Es hat sich gelohnt! Das Dorf ist klein, man hat eigentlich keine anderen Möglichkeiten außer Surfing, Hiking, Biking, Camping und all das Outdoor-Zeug. Und man liegt WIRKLICH weit abseits vom Schuss. Ich könnte mir nicht vorstellen, dort zu leben. Urlaub ja, für immer – nein.

Surfer gibt’s hier scheinbar das ganze Jahr über – der Pazifik ist sowieso immer kalt.

So schöne Strände hab‘ ich noch nie gesehen! Sie erinnern mich ziemlich stark an Max‘ und Ellis Fotos aus Neuseeland. Seht selbst in der nächsten Galerie.

Von den Mahlzeiten her leben Mum und ich wirklich bescheiden. Reis, Nudeln, Kartoffeln, Fast Food. 😀 Warum ist das auch so teuer hier??

Morgen bringe ich sie schon wieder zurück zum Flughafen. Danach mache ich mich auf den Weg zu einer vierköpfigen Familie in Vancouver, Ecke Commercial Drive, bei der ich für 2 Nächte couchsurfe. Montag bin ich dann wieder den ganzen Tag unterwegs, um nach Quadra Island zu kommen. Wie lange ich dort bleiben werde? Weiß ich noch nicht. 🙂 ❤

Neuerdings gibt’s hier auch Kängurus. Mum hat eins am Straßenrand hopsen sehen.

War leider nur ein Reh. 😀

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