don’t mind the rain

Das ist hier die Zauberregel, um mit dem Regen klarzukommen. Zudem lernt man es richtig zu schätzen, morgens mal von Sonnenstrahlen geweckt zu werden – so wie heute.

Ich bin schon wieder seit über 2 Wochen auf Quadra Island, bei Nanci und ihrem Mann Tracy. Die beiden führen ein Bed&Breakfast mit 3 Zimmern, die Saison ist für dieses Jahr allerdings gelaufen. Die letzten Gäste verließen das Haus am Tag nach meiner Ankunft und seitdem habe ich das Erdgeschoss für mich!
Nanci hat Chronische Schmerzen und Tracy neue Knie, deswegen können sie hier und da mal Hilfe gebrauchen, besonders im Haushalt. Heißt, ich wurde eine Putz- und Spülfee, haha.
Im Vergleich zu Dashwood Meadows, meiner letzten und ersten Farm, ist hier aber alles viel gechillter. Ich kann solange schlafen wie ich will und dann ein bisschen helfen, dann spazieren gehen usw.

Die beiden hier lesen seehr viel, das heißt es liegen immer und überall Bücher und Zeitschriften rum, die man sich mal schnappen kann. Und kreativ sind sie auch noch, also Tracy und Nanci. Sie ist Künstlerin und er baut aus alten Zigarrenkisten oder sogar Keksdosen Bonjos. Sieht ziemlich cool aus! In der nächsten Galerie füg ich 1,2 Bilder ihrer Werke aus dem Studio hinzu.

Die Insel ist wunderschön und natürlich in der Pampa. Bin ab und zu zum Strand gelaufen und jedes Mal sah ich ein anderes Bild. Mal Nebel und Wolken, mal grüne Hügel, dahinter schneebedeckte Berge…
Oder ich bin alleine oder mit Nanci durch den Wald (Regenwald!) gelaufen, der direkt hinter dem Haus beginnt. Diese Woche haben sie mir außerdem den Provincial Park Rebecca Spit und Cape Mudge, ein Resort von First Nations, gezeigt, beides hier auf Quadra.
Ansonsten waren wir in Campbell River und Courtenay schwimmen, einkaufen, in der Bücherei (top System hier!), in Thriftstores. Oder besuchten Perry, ihren Mann Larry und deren Helferin Eva aus Barcelona (39 ist sie und ich dachte sowas wie 25!). Heute kamen sie übrigens zum dinner. Später hab ich dann gemerkt, dass ich die einzige in Jeans war! Die gammeln hier alle in Jogginghosen rum.. so ist das Inselleben. 😀
Die 3 wohnen mehr nördlich auf Quadra Island, noch mehr in der Pampa und wunderschön am See. Ich durfte sogar im Privatpool schwimmen! Hört sich jetzt pompös an, ist aber wirklich bescheiden. Hat die gefühlte Größe eines Whirlpools, dafür eine Gegenstromanlage. Irgendwie ist es unheimlich, den lauten Motor beim Schwimmen zu hören. Aber die Erfahrung war es auf jeden Fall wert und danach war ich glücklich, auch wenn es nur 20 Min. waren. Mehr ist nicht drin, ohne Rollwende wird’s langweilig, haha!
Als ich vorher das 1. Mal in Campbell River meine Bahnen gezogen habe, ist neben mir eine ältere Dame daher gebraust. Man, die war fit!! Später hat mir Nanci erzählt, dass ihr Name Bonnie Pronk ist und sie durch die international swimming hall of fame geehrt wurde! Außerdem hat sie vorher in Perrys Haus gewohnt. Haha, daher der Pool!

Letzten Sonntag waren Nanci und ich auf einem süßen kleinen Markt in der community hall und haben ihren Schmuck angeboten, den sie stellvertretend für jemanden aus Victoria verkäuft, der ihn wiederum aus Polen bekommt. Klingt billig, ist es aber nicht und schöne Sachen sind auch noch dabei. Die anderen Verkäufer boten selbstgemachte Seifen, cookies, Stricksachen, usw. an.

Und ich hab zum 1. Mal ganz allein ein Zimmer gestrichen, ha! Bad + Schrank + Tür. Dann auch noch weiß auf türkis und die Wände wurden seit 20 Jahren nicht mehr bearbeitet. Könnt auch also vorstellen, wie lange ich gebraucht habe. Aber jetzt ist es vollzogen und ich bin stolz. :b Werde in die nächste Galerie ein paar Vorher-Nachher-Bilder stellen.

Nachdem ich Mum wieder zum Flughafen gebracht hatte, diesmal ohne Tränen, war ich für 2 Nächte in Vancouver couchsurfen, bei Trudy Ann, John und deren beiden Söhnen. Ich glaube, ich habe (m)eine Gegend in Vancouver gefunden, in der ich mich wohl fühle. Nicht mittendrin, aber ziemlich nah dran. Ecke Commercial Drive / Broadway, mit ganz vielen second hand- und outdoor Läden. Trudy Ann kommt aus Indien und hat ein kleines chai tea business. So einen leckeren Chai Tee hab ich noch nie getrunken! Gut, so viele hab ich vorher auch noch nicht probiert. 😉
Die ganze Familie ist seehr musikalisch liebt Jazz über alles. Außerdem haben sie mir „Trailer Park Boys“ gezeigt, eine kanadische TV Serie, die einfach so dumm ist, dass man wieder drüber lachen muss. Ich muss es vorher allerdings erstmal verstehen, weil der Slang ziemlich hart ist (manchmal versteht es die Familie selbst nicht) und jedes 3. Wort „fuck“ ist. 😀

Und wer hätte das gedacht, mich zieht es zurück zu dieser Familie. 🙂 Noch am 1. Abend habe ich Trudy Ann die Seite helpX.net gezeigt, die mir das hier alles irgendwie ermöglicht. Sie war begeistert und hat sich sofort angemeldet, um am nächsten Morgen gleich schon 5 Anfragen zu erhalten – kein Wunder in Vancouver! Aaber sie hat all die Anfragen auf heißen Kohlen sitzen lassen, um auf meine Antwort zu warten. Ob ich ihr denn helfen möchte. Resultat ist, dass ich vom 19. November bis 3. Dezember zurück komme und beim Verkauf ihres Tees auf Märkten aushelfe, denn wegen Weihnachten ist da Hochsaison.

Quadra werde ich morgen schon verlassen und die Zeit bis zum 19. mit Jan (Sohn von Amanda und Pavel von Dashwood Meadows) in Campbell River verbringen, um noch ein bisschen mehr von der Gegend Comox Valley etc. hier zu sehen.

 

Ich werd auch nach all diesen Abenteuern wieder schreiben! Xoxo

 

P.S.: Eine kleine Geschichte von Tracy, der früher viel unterwegs war, per Anhalter durch Canada gereist ist und hardcore trails wie den westcoast trail auf Vancouver Island gewandert ist:
Tracy war mal wieder allein unterwegs, allein in den weiten Regenwäldern British Columbias. An einem großen Strauch voll saftiger Beeren blieb er stehen, um sich einen Snack zu gönnen. Er stand schon eine Weile so da, genoss die Früchte und das Leben. Doch neben seinem eigenen Rascheln war da noch ein anderes Geräusch. Er schaute sich um, konnte aber kein Tier ausmachen.
Plötzlich sah er direkt in die Augen eines Bären, der auf der anderen Seite des Busches eben die gleichen Beeren verköstigte. Die beiden hielten kurz inne und schauten sich an. Nach einem Blick, der so etwas sagte wie „Schmecken gut, die Beeren, eh?“, wendeten sich beide wieder schmatzend der schöneren Sache zu – dem kleinen Mittagssnack.

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