Go with the flow

Sometimes you just have to go with the flow.
Trudy Ann kommt aus Indien und lebt jetzt mit John aus Kalifornien und ihren beiden musikalischen Söhnen in Vancouver. Sie wurde mehrmals operiert und hat scheinbar eine nicht ganz so leichte Zeit hinter sich. Aber jetzt ist sie fröhlich, voller Energie und redet (fast) ohne Unterbrechung. Ihr Motto ist meine Artikelüberschrift.
Und sie hat was bedeutendes über die Vancouver-Menschen, vielleicht auch über Kanadier allgemein, gesagt: Sie entschuldigten sich bei dir, wenn sie dich versehentlich auf der Straße anrempeln (- oder du sie), aber wenn sie ernsthaft Mist gebaut haben, falle es ihnen wirklich schwer.
Trudy Ann sagt, oft kämen die Einheimischen nicht mit ihrer direkten und ehrlichen Art klar. Redet sie über ihre Krankheit(en), werde schüchtern genickt und das Thema gewechselt, während sie eigentlich überhaupt nichts dagegen habe, auf weitere Fragen einzugehen.
Wie kann man diese Familie hier am besten beschreiben? – Musikalisch und ORGANISCH. Letzteres ist einerseits sehr vorbildlich, aber teuer (Milch für 10 Dollar?!), andererseits hat man halt manchmal Lust auf Junkfood, haha. Und ich hab das Gefühl, dass wir in Deutschland doppelt so viel essen wie die hier. Leider schaff ich es irgendwie nicht, meine Essgewohnheiten umzustellen… 😀
Mir wurde erzählt, dass als die Jungs ihre Halloween-Süßigkeiten gesammelt hatten, ihnen ganz viel wieder abgenommen wurde, weil das ungesunde Fabrik-Zeug nicht im Haus bleiben sollte. Dafür wurden dann zwar eigene Brownies gebacken, aber an dieser Stelle ein Hoch auf meine beste Mum, weil sie mir das damals nicht angetan hat, haha! Wahrscheinlich hätte ich dann reagiert wie die Kinder aus dem Youtube-Video, in dem die Eltern behaupten, sie hätten all ihre ersammelten candies aufgegessen. 😀

Jetzt zum Business, der Bombay Masala Tee. Oh mein Gott, ich werde nie wieder ollen Teebeutel-Tee genießen können! Ohne Gewürze, Ingwer und Sahne! Eigentlich müsstet ihr alle hierher kommen, nur um einen Tee bei Trudy Ann zu trinken. Aber keine Sorge, ich werde Vorrat mitbringen, wenn ich wieder nach Hause komme. ^^

Letzten Samstag war mein erster Markt, auf dem wir ihren Tee verkauft haben. Es lief richtig gut, der Umsatz war hoch. Von 10 bis 17 Uhr gab’s so gut wie durchgängig Kundschaft. Und ich hatte mir ernsthaft ein Buch mitgenommen, weil ich ja bisher nur den gemütlichen Markt auf Quadra Island kannte. Dieser hier war riesig, er fand in einer Schule in Klassenzimmern und Hallen statt und es gab viele wunderschöne selbstgemachte Sachen. Mein Englisch wurde auf die Probe gestellt, aber es hat super geklappt. Ein bisschen Smalltalk hier, ein bisschen Teeproben verteilen da…

Am Sonntag waren wir dann vormittags im Lighthouse Park hiken. Ja, das ist hier möglich, und man muss nicht einmal lang fahren, um aus der Großstadt in die Natur zu kommen. Es war sonnig, was hier ja gefeiert werden muss, aber es waren einfach zu viele Leute für mich. Nicht mit Vancouver Island zu vergleichen, das ich übrigens sehr vermisse!
Wir hätten einen schönen Blick auf Vancouver haben können – wenn da nicht so ein hässliche Tanker gewesen wäre, der sich direkt vor der Skyline der Downtown platziert hätte (siehe Foto in der nächsten Galerie).

Ansonsten verbring‘ ich meine (Arbeits-)Zeit hier damit, Gewürze und Tee zu verpacken, Verpackungen zu stempeln, bummeln, Chai trinken, Freunde von der Familie zu treffen und einige Märkte anzugucken. Hätte nie gedacht, dass eine Stadt so viele Märkte überhaupt anbietet! Craft fairs und Christmas markets überall. Eindeutig ein Pluspunkt!
Heute zum Beispiel hab‘ ich mich nochmal mit Mati (aus Deutschland) und einer ihrer Arbeitskolleginnen getroffen und wir haben uns den Deutschen Weihnachtsmarkt in Vancouver angeguckt. Um da reinzukommen, mussten wir erstmal 2 Dollar bezahlen. Eigentlich kostet es sogar 5. Haha, deutscher Weihnachtsmarkt, denkste. Wir zu Hause müssen keinen Eintritt zahlen! :b
Der Markt war aber ganz süß auf einem Platz aufgemacht, natürlich völlig überteuert. Trotzdem haben wir uns einen Glühwein für 6 Dollar gegönnt und der war sogar richtig gut! Ein bisschen Heimat…

Die Nachbarschaft hier ist wie eine kleine Gemeinde, die zusammenhält. Gerüchte gibt es auch und die sind sehr spannend und lustig. 😀

Gestern hat mir John eine kurze Tour durch seine Arbeitsstelle angeboten und ich hab‘ sie dankbar angenommen. Denn es ist eine kleine Firma, die Modelle für Architekten, aber auch Filmunternehmen etc. baut. Es war richtig interessant, aber leider schließt das Unternehmen im Dezember, weil die Aufträge zurückgehen und der Boss scheinbar nicht so der Managertyp ist.

Zwischen Quadra Island und Vancouver war ich ja noch etwa für eine Woche in Campbell River bei Jan, was auch ziemlich cool war! Und entspannend, weil ich nicht arbeiten musste. 🙂 Gut, Tee verpacken ist auch nicht wirklich Arbeit hier.
Ich hab‘ mal wieder so ein Glück, dass ich den richtigen Leuten über den Weg laufe.. manchmal kann ich gar nicht richtig glauben, was ich hier erlebe. Vor meiner Abreise hätte ich das nie erwartet! Jedenfalls bin ich Helikopter geflogen und das auch noch in der Ecke Nootka Sound von Vancouver Island, wo ich sowieso mal hin wollte. Es war wunderschön und eindeutig zu kurz (20 Minuten)! Ich hab‘ nicht so übertrieben viele Fotos geschossen wie sonst, weil ich den Flug einfach nur mal genießen wollte. Eigentlich denkt man ja, dass man all die wilden Tiere von oben sieht, wir konnten aber „nur“ eine kleine Gruppe von Elchen entdecken.
Bezahlen mussten wir auch nix, denn Jan arbeitet als Mechaniker bei einer Helikopter-Firma in Campbell River und kennt daher auch die Piloten.. und die, die in Rente (na gut, eigentlich kann man das hier ja glaub ich nicht so nennen) sind, aber trotzdem noch fliegen. 🙂

Außerdem haben wir uns die Upana Caves angeguckt, sind aber nicht weit reingekommen, weil es teilweise zu rutschig und gefährlich war. Den Regen haben wir mal wieder gekonnt ignoriert und sind trotz Matsch den Ripple Rock Trail gehiked. Kein Bär in Sicht. Eigentlich kann man dann vom Aussichtspunkt auf einen Teil vom Meer runterblicken, in dem vor einigen Jahren eine gewaltige Explosion gemacht wurde, damit die Schiffe passieren konnten, oder so. Allerdings war es zu nebelig, dass wir irgendeine Aussicht haben konnten.

Also mittlerweile hab‘ ich wirklich viel von der Insel gesehen. 🙂 Trotzdem führt es mich erstmal (leider?) nicht dorthin zurück, sondern mehr ins Innere von BC. Hab‘ eine Farm in Darfield gefunden, mitten in der Pampa, etwa 1 Stunde von Kamloops. Es sind wohl ziemlich viele Leute dort, also wird’s hoffentlich nie langweilig. Ja, und da geht’s am Samstag hin und voraussichtlich werde ich dort auch bis kurz vor Weihnachten bleiben und dann endlich kommt mich Max besuchen. 🙂 Dafür gehe ich dann zurück nach Vancouver, um ihn am Flughafen genau an Weihnachten abzuholen. Und wenn es mir in Darfield nicht gefällt, nimmt mich Trudy Ann & Co. auch wieder früher auf.
..Oh shit, es ist schon 2 Uhr nachts.. ich geh‘ jetzt besser schlafen!
Drückt mir die Daumen für meinen nächsten Host!

Xoxo,
Franzi

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