In the boonies

Ich sitze grade im Greyhound Bus, 5 Stunden Fahrt nach Vancouver. Und ich war nicht mal am Ende von British Columbia.. dieses Land ist so groß, dass es dich manchmal überrollt. Ich kann nicht glauben, dass ich bisher nur einen winzig kleinen Teil davon erlebt hab‘. Aber es ist einfach cool, die Möglichkeiten kommen einem hier unendlich vor!
In Vancouver bleib‘ ich für 2 Nächte bei meinem letzten Host Trudy Ann & Co. und am Montag kommt Max, ich kann es noch gar nicht so richtig glauben. 🙂 Auf geht’s zur Rundreise, von Vancouver mit dem Greyhound nach Jasper, mit dem Zug über Prince George nach Prince Rupert, mit der Fähre nach Port Hardy und von da an sind wir auf Vancouver Island und fahren mit ein paar Stops bei Nanci auf Quadra Island und in Port Alberni runter nach Victoria, wo wir die letzte Woche dann bleiben. Sind insgesamt 3 ½ Wochen. 🙂

Und die letzten 3 Wochen vergingen mal wieder wie im Flug, ob ihr’s glaubt oder nicht, ich hab‘ die Zeit in der Pampa echt genossen! Hab‘ schon mein erstes Weihnachtsgeschenk bekommen, von Debbie und Karl dort. Einen schönen Schal im Native Style, superlieb war das! Generell sind die beiden ziemlich cool drauf, Debbie ist der Boss – ohne sie würde die ganze Farm offensichtlich nicht laufen.
Fast die ganze Familie lebt dort in verschiedenen Gebäuden, der älteste Sohn baut gerade sein eigenes Haus, von dem man dann auf die ganze Farm runterblicken kann.
Alle 3 Söhne sind ziemlich chaotisch und ich hab‘ das erste Mal annähernd erlebt, wie die Rednecks so drauf sind, im positiven Sinne, haha. Sie waren natürlich nicht GANZ extrem. Bis auf die Nachbarn, wo mich Kurtis, der jüngste Sohn, gestern mitgenommen hat. Ich kam mir vor wie bei „Trailer Park Boys“ oder auf deutsch gesagt beim Nachmittagsprogramm von RTLII. Mehr wird hier nicht erläutert. 😀
Im Gegensatz dazu würden die „Rednecks“ die Inselbewohner wie z.B. mein Host auf Quadra Island Nanci und Tracy als Hippies bezeichnen. 😀

Meine Arbeit war abwechslungsreich, dadurch dass ich mal drinnen, mal draußen war. Draußen war’s besonders schön, als es haufenweise geschneit hat. Als dann noch die Sonne geschienen hat, was deutlich öfter geschieht als auf Vancouver Island, war es das perfekte Winter Wonderland.

Ben, der Haus baut, hat seine eigene Metzgerei hier, wo ich zum Glück nicht gearbeitet hab‘. Ist schon komisch, die ganzen toten Tiere hängen zu sehen. Ich wäre wahrscheinlich umgekippt, wenn ich beim Töten zugeguckt hätte.. aber nein, ich bin jetzt keine Vegetarierin geworden.

Karl und Debbie hingegen verdienen sich ihren Lebensunterhalt mit über 30 Milchkühen und im Vergleich zu Deutschland werden sie hier gut für die Milch bezahlt! Mein Job war also manchmal, die Kühe abends reinzuholen, was ohne das Quad nur halb so viel Spaß gemacht hätte. :b Ja, hier standen so einige Quads auf dem Hof rum, die man sich bei Bedarf einfach mal schnappen konnte. Außerdem bin ich Traktor gefahren, wuhu! 😀 Und Schneemobil, wobei ich ein altes, stinkendes und lautes hatte und stecken geblieben bin, weil ich nicht wusste, dass das Ding keinen Rückwärtsgang hat, haha. Mit dem hat das keinen Spaß gemacht, aber Kurtis hat mich mit seinem besseren mal mitgenommen.. holy! Das war ein Adrenalin Schub! Ich wusste ja nicht, dass die Dinger 140 km/h fahren können! 😀

Natürlich musste ich auch die Gelegenheit nutzen und Milch ganz frisch von der Kuh trinken und eine Kuh für etwa eine ganze Sekunde (!) melken, haha. Man hat echt Respekt vor denen, weil sie ganz gerne mal nach hinten austreten. Aber man gewöhnt sich dran.. Beim Kühe melken hab‘ ich trotzdem nicht geholfen, nur drum herum mit Futter, Kälber, etc.. 4:30 Uhr aufstehen war mir dann doch zu früh!

Ein bisschen Übung für mein Praktikum, das in Gießen beim Lupp auf mich wartet, hab‘ ich auch bekommen, und zwar half ich Karl damit, ein Dach für einen neuen Schaf-Unterschlupf anzubringen.
Draußen ging die Zeit einfach immer so schnell rum!

Und drinnen hab‘ ich mal Ordnung gemacht, den großen (Brümmersche Format und vielleicht sogar größer!) Weihnachtsbaum geschmückt (übrigens auch den Garten wie fast jeder hier), gaanz viel gebacken und ab und zu mal Mittagessen für die ganze Gruppe gekocht.
Debbie passt auch oft auf die 3 Enkelkinder auf und Bens Sohn, Ty, ist so ein süßer, einfacher Kerl. Aber unser Louis ist natürlich nicht zu toppen! 😉

Ja, ist schon ein Erlebnis mitten in der Pampa zu leben. Vor allem, wenn das nächste Schwimmbad in Kamloops 1h entfernt ist. Einmal war ich dort, also zu selten! Dafür war ich Badminton spielen und 2x wöchentlich beim Boot Camp, was härter klingt als es ist. Ist ein Workout für Frauen, wobei die Trainerin echt gut ist, weil es schon anstrengend war, aber man danach nie wirklich Muskelkater hatte.

Das größte Event hier ist die Fall Fair, die ich leider verpasst habe. So richtig mit Rodeo und Country Musik, was übrigens die meisten jungen Leute hier hören.

Aber es geht immer noch mehr Pampa als man denkt! Debbie hat mich mit auf einen Ausflug zu ihren Freunden Marline und Larry genommen. Um dorthin zu kommen, fährt man den Waldweg, der an der Farm für die Logging-Arbeiter entlang führt, mehr als eine halbe Stunde hoch. Man kommt mit dem Auto gar nicht bis zu deren Grundstück, weil keine Straße hinführt. Im Sommer nutzen sie ein Boot, um den See zu überqueren, im Winter fahren sie mit dem Schneemobil querfeldein. Larry musste uns also mit dem Schneemobil abholen. Und dann war ich im Paradies!
Die beiden betreiben eine Urlaubsunterkunft mit Flying Fishing Angeboten im Sommer, hier ist ihre Website: http://www.caverhilllodge.com. (Die Website von der Farm ist übrigens http://www.rainerfarm.com.)
Mit den 3 war ich dann auch das 1. Mal Schneeschuhwandern, was anstrengender ist als ich dachte. Also hier in Canada sind ziemlich viele ältere Leute ziemlich fit!

Debbie hat mir auch das Skigebiet Sun Peaks gezeigt; wir sind einfach nur unten im Tal rumgelaufen. Leider war ich noch nicht Snowboarden bisher. Das Gebiet sieht echt gut aus und es ist größer als ich dachte. Das einzige was fehlt, ist Après Ski mit nervenden deutschen Schlagern, ha!

Außerdem waren wir für einen Vormittag im Wells Gray Provincial Park mit dem größten Wasserfall, den ich bis jetzt gesehen hab‘. Das war schonmal beeindruckend, besonders die Riesenkuhle im gigantischen Gestein. Schaut einfach nach meiner nächsten Galerie. 🙂

Debbie bot mir auch an, ihren Bastelraum zu nutzen, der vollgestopft mit Sachen für Glass Fusing ist. Also auch mit einem Trockenofen, in dem man Glasstücke zusammenschmelzen kann. Ich hab‘ ein bisschen Zeit dort verbracht und es sind ein paar schöne Schmuckstücke bei raus gekommen. 🙂 Schade, dass ein Ofen so um die 800 Bucks kostet.

Das war’s von mir erstmal, vielleicht komm‘ ich eines Tages zurück zur Rainerfarm und zwar mit der Deutsch-Kanadischen-Gesellschaft, die Studenten für 1000 € inkl. Flug nach Kanada schicken.

Genießt alle eure Weihnachten, wo auch immer ihr auf der Welt gerade seid. Fast jeder ist ja im Ausland gerade!

Take care! ❤

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