Vancouver – Jasper – Prince Rupert – Quadra Island – Port Alberni – Victoria

Wir haben viel erlebt die letzten 4 Wochen.

Am 24.12. hab‘ ich Max vom Flughafen abgeholt. Konnte es erst wirklich glauben, als er da war und dann war mein Weihnachten gerettet. 🙂
Ansonsten haben wir nicht viel vom Fest mitbekommen, ohne Familie läuft da eben nicht viel. Wir waren essen und am 25. nochmal, haha. Danach waren wir bei Trudy Ann & Co. zum Dessert essen eingeladen und blieben länger als gedacht, denn das Haus war voll. Fast alle anderen vorigen Helpxer waren da und dann noch Freunde. Irgendwann wurden Spiele ausgepackt, was ziemlich lustig sein kann, wenn es nicht deine Muttersprache ist und am Tisch Belgier, Holländer, Italiener, Amerikaner, Inder, Deutsche und Brasilianer sitzen.
Vancouver war an diesem Tag jedenfalls wie ausgestorben, alle Geschäfte hatten zu – sogar viele Starbucks, Tim Hortons & Co. Na sowas! 😮
Also haben wir uns in den Bus und anschließend ins Wassertaxi gesetzt, um im Lynn Canyon Park in Nord Vancouver ein bisschen hiken zu gehen. Es war trotz Regen sehr schön. Die wippende Hängebrücke war auch ziemlich cool.

Am 26. feiert man hier ja kein Weihnachten mehr, sondern geht Shoppen – Boxing Day mit großem Sale in so gut wie allen Geschäften. Voller Vorfreude wollte ich Max dann Granville Island zeigen, aber wer hätte gedacht, dass dort die Geschäfte dann doch zu hatten? Schade! Nachdem wir die Zeit in anderen Stadtvierteln mit Bummeln verbracht haben, startete abends unser Greyhound Bus nach Jasper. Schon vor der Abfahrt hatten wir bereits 1 Stunde Verspätung. Der Busfahrer war da, aber kein Bus. Doof.

Nach 12 Stunden Fahrt und um 6 Uhr morgens war ich dann das 1. Mal in einer anderen Provinz Kanadas – Alberta. Erstmal ein Nickerchen! Anschließend wurde es schon wieder bald dunkel. Aber wir wollten nicht den ganzen Tag nichts tun, von daher sind wir nochmal zu einem schönen Aussichtspunkt und weiter gelaufen und wow – jetzt hat Kanada auch Max das erste Mal umgehauen.

Eigentlich wollten wir mindestens 2 Tage Snowboarden, allerdings lief es dann doch nur auf einen Tag hinaus. Zu viele schwarze Pisten, kein Neuschnee und kalt – irgendwie haben wir mehr erwartet. Und mit dem Gedanken, dass wir auch zu Hause Boarden können, haben wir noch am gleichen Tag eine Ice Walk Tour im Maligne Canyon gebucht, wo (zu) viele andere Touristen waren, was aber trotzdem sehr beeindruckend war.

Die nächsten 2 Tage waren wir dann mit Zug fahren beschäftigt. Dafür mit der schönsten Zugfahrt, die ich je erlebt habe. Durchschnittlich waren wir so schnell, dass man hätte nebenher laufen können, aber das war gut, um Fotos machen und zu staunen. Unglaublich, wie abgelegen viele Dörfer hier sind. Aber hauptsache mal McDonald’s, Subway & Co. sind dort platziert…
Eigentlich erwartet man ja ein bisschen Wildlife während dieser Fahrt sehen zu können, aber nichts! Zumindest fast. Immerhin haben wir einen Elch entdeckt.

Auf halber Strecke mussten wir in Prince George übernachten, der Stadt mit der höchsten Kriminalitätsrate in Kanada oder so. Dazu gibt’s nicht viel zu sagen, Prince George ist irgendwie hässlich und stinkt. 😀
Unsere Endstation Prince Rupert war viel schöner und unsere Hosts haben uns zum Neujahrsessen und Hiken eingeladen, obwohl es ein B&B war. An Silvester wurde es zur Herausforderung irgendeine tolle Party zu finden – sogar der Pub hatte geschlossen! Das war also mein 1. Silvester, an dem ich kein Feuerwerk gesehen habe.

Von Prince Rupert ging es dann 21 Stunden mit der Fähre zurück auf meine geliebte Insel, Vancouver Island. Endlich konnte ich Max alles zeigen! Allerdings mussten wir erstmal aus Port Hardy rauskommen. Der einzige Greyhound Bus am Tag fuhr 2 Stunden vor unserer Ankunft los. Na danke! Und da man in Port Hardy so gut wie nichts machen kann, hatten wir keine Lust, für ein Hotel dort zu bezahlen. Also fragten wir einfach auf der im Winter ziemlich leeren Fähre nach Mitfahrgelegenheiten rum. Schon lustig, was man hier alles macht! Die Chancen sahen ziemlich schlecht aus, aber natürlich hatten wir mal wieder Glück und fanden eine wohlhabende Familie, die uns in ihrem 55.000 $ Truck mitgenommen hat. Nee, wir haben nicht nach dem Preis gefragt, aber ein Fremder hat sie einfach angesprochen und dies getan. Und den haben sie dann stolz genannt. Wieder etwas dazu gelernt, Trucks sind hier Statussymbole.
Aber auch Waffen, denn so gut wie jeder männliche typische Kanadier besitzt mindestens ein Gewehr zum Jagen oder einfach nur, um die rustikale Wohnung damit zu schmücken. Ich hoffe, das waren alle Gründe.

Natürlich hatten wir mehr als einmal Glück! An einigen Tagen hatten wir wunderschönes Wetter, aber dazu später. Auf der langen Fährfahrt, von der man 90 % aufgrund von Nebel oder Dunkelheit nichts sehen konnte, haben wir kurz nach der Abfahrt in der Ferne eine Gruppe von Walen entdecken können. Und das im Winter!

Wir waren dann für einige Tage (wieder) bei Nanci und Tracy auf Quadra Island, wo wir als Gegenleistung Abendessen kochten, ihr Studio aufräumten usw. Letzteres war nicht einfach, denn Künstler sind seehr unordentlich. Na deutsche vielleicht nicht, denn die sind laut Kanadiern die Ordnung in Person. Aber Nancis Studio war vollgestopft bis zum geht nicht mehr. Aber wir haben’s einigermaßen gemeistert. Hätten eigentlich mal Vorher-Nachher-Bilder machen müssen!

Von der einen Insel ging es zurück auf die andere nach Port Alberni. 3 Tage Couchsurfen und das war ein Erlebnis. Mickey ist Töpferin und ziemlich verrückt. Schon vor unserem Treffen schrieb sie, dass die Tür immer offen sei und wir einfach kommen könnten – auch wenn niemand zu Hause sei. Bei unserer Ankunft hat sie uns dann mit Umarmungen und Küsschen begrüßt und sich ständig bei uns bedankt, dass wir da sind. Wein und Kuchen, der nicht abgelehnt werden durfte, gab’s auch.

Die Tatsache, dass wir in Port Alberni und somit ziemlich mittig von Vancouver Island waren, haben wir für einen Tagestrip nach Tofino genutzt. Gut, dass wir einen Mietwagen hatten, der im Endeffekt leider viel teurer als gedacht war. Pah, da hätten wir uns auch gleich einen Wagen kaufen können! Aber es hat sich gelohnt… gerade an diesem Tag verschwanden die Wolken und der Nebel, sodass wir wunderschönes Wetter hatten. Wir konnten nicht glauben, dass es Januar war. Zuvor als mich Mama im Oktober besuchen kam, hatten wir ja auch so ein Glück mit dem Tofinowetter. 🙂
Wie nicht anders erwartet, haben wir auch 2 Surfer gesehen, die sich ins eisige Wasser wagten. Respekt!

Der Trip nach Tofino lohnt sich alleine schon deswegen, weil man auf halbem Weg am Kennedy Lake vorbeifährt. Naja, man sollte nicht vorbei fahren wie Mama, sondern wirklich stehen bleiben. :b Und das haben Max und ich diesmal gemacht und atemberaubende Eindrücke und Fotos von einem stillen See bekommen.

Zwischen Port Alberni und Victoria machten wir noch einen Trip nach Qualicum Bay, von dem Max bis dahin nichts wusste. Und zwar gibt es dort ein besonderes Hotel mit Baumhäusern, vielmehr -kugeln. Free Spirit Spheres heißt das, wessen Einfahrt ganz unscheinbar aussieht. Deshalb sind wir auch erst dran vorbeigefahren. Die Besitzer verzichten auf jegliche aktive Werbemaßnahmen, weil sie scheinbar so oder so genug Anfragen haben. Ich hab‘ sie in einem Buch entdeckt, „Builders of the Pacific Coast“. Ziemlich cool! Leider konnten wir uns nur eine Nacht leisten, haha. Aber es ist schön aufzuwachen und direkt Natur zu sehen. Bilder folgen definitv!

Leider gab es danach einen kleinen Zwischenfall mit meinem Zahn, aber die Hotelbesitzer haben mir superlieb geholfen und für mich rumtelefoniert. Letztendlich musste ich nicht mal einen Zahnarzt sehen, weil ich einen am Telefon hatte. Ja, hier funktioniert das einfach! Weiß nicht, ob das gut oder schlecht ist, weil der mir ohne eine Untersuchung eine Menge Antibiotikum aufgeschrieben hatte. Ahja und dann natürlich noch diese und jene Schmerzmittel, wogegen ich mich dann geweigert habe. In meinem Fall lief alles gut, mein Zahn ist wieder heile. Aber hauptsache sofort mit Penicillin vollstopfen! Mannomann.. 25 $ hat mich das gekostet. Das ist bei uns doch nicht so teuer, oder?

Die letzten Tage verbrachten wir dann in Victoria, gingen fast jeden Tag endlich mal wieder schwimmen, machten Ausflüge zu schönen Aussichtspunkten und Parks und gingen shoppen. Zu schade, dass meine Tasche schon so voll ist, dass ich nicht viel neues Zeug kaufen kann! Und ich hab‘ noch Sachen bei meiner Vancouverfamily gebunkert… frag mich mal einer, wie ich das alles wieder nach Hause kriegen soll. Also ich hab‘ hier hoffentlich gelernt, dass man besser mit leerem Koffer ins Ausland fliegen sollte, haha.

Gestern haben wir uns dann einen Flug mit dem Wasserflugzeug von Victoria nach Vancouver gegönnt, der wegen ein bisschen Nebel beinahe ausgefallen wäre und wir somit viel Stress gehabt hätten. Aber am Ende lief alles „gut“ und Max konnte seinen Heimflug antreten.. 😦

Jetzt sitze ich schon wieder auf der Fähre zurück nach Victoria, zu meinem nächsten Host. Es ist eine französische Familie, die Hilfe im Haushalt und mit den Kindern suchen. Sie unterrichten sie zu Hause, ich weiß noch nicht, was ich davon halten soll. Aber ich kann hoffentlich ein bisschen Französisch üben! 🙂

Meine nächsten Pläne sind wieder noch nicht fix. Ich würde so gerne mal nach Alaska, aber es ist so teuer, dorthin zu kommen! Mal sehen, was sich machen lässt.. einen netten Host gäbe es dort jedenfalls.

Hugs and kisses nach Hause ❤

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