Bye bye

Also eins will ich euch mal sagen, 5 Kinder im Alter von 3 Monaten bis 11 Jahren sind anstrengender als Farmarbeit! Das hab‘ ich die letzten 1 ½ Wochen in Victoria Esquimalt gelernt, haha. Dass sie krank waren und mich angesteckt haben, hat die Sache nicht einfacher gemacht.
Das Zimmer durfte ich mir mit den beiden Ältesten teilen: Océane (ich liebe diesen Namen!) und Antonin, der mit seinen 7 Jahren schnarchen kann wie ein ausgewachsener Kerl! 😀

Die Eltern Isabelle und Johnathan kommen beide aus Québec, haben aber auch schon in Ontario und Alberta gewohnt und jetzt seit August in BC. Das liegt daran, dass Jo beim Militär arbeitet. So sieht er auch aus, groß und muskulös. Und dann überrascht er dich mit Aussagen wie zum Beispiel dass er Abschiede hasst oder nicht gerne mit seiner Familie skypen will, während er im 8-wöchigen Trainingslager ist. Weil er sonst weinen muss..
Isabelle ist klein und steckt voller Energie, was sie bei dem kleinen Chaotenhaufen bestimmt auch braucht.

Untereinander sprechen alle Französisch. Gut für mich, dachte ich. Leider ging das ziemlich in die Hose, weil ich so gut wie nichts verstanden habe. Das war einfach viel zu schnell und viel zu kanadisch. 😀 Ein paar Sätze hab‘ ich manchmal gewagt zu sagen, aber am Ende lief es dann doch wieder auf Englisch hinaus. Naja, schaden kann es trotzdem nicht, viel zumindest gehört zu haben.

Gleich am ersten Sonntag machten wir mit den Kindern einen Ausflug zu Fisherman’s Wharf beim Hafen, wo 4 gar nicht scheue Seehunde für die Kamera gepost und auf Futter gewartet haben. Ich hab‘ mich dort sofort in das kleine Dorf aus Hausbooten verliebt. Sobald ich im Lotto gewinne, werde ich mir eins kaufen. 😉

Am darauffolgenden Wochenende nahm mich Isabelle mit zu einer Gesundheitsmesse, zu der auch Tommy Europe kam, um eine Präsentation zu halten und Autogramme zu geben. Mr. Europe ist so ein Fitnesstrainer, der TV Shows wie „Lose 10 Pounds in 4 weeks“ anbietet. So manchen Zurufen nach zu urteilen kam die Hälfte der Zuhörerinnen nur, um einen muskulösen Mann anzuhimmeln. Naja, ich war jedenfalls gefühlt die einzige, die ihn dort nicht kannte.

Durch meinen Husten, Schnupfen & Co. war die Zeit dort schon anstrengend, aber die Erfahrungen waren es mal wieder wert!

Inzwischen hab‘ ich Victoria schon seit fast einer Woche hinter mir gelassen. Gerade sitze ich wieder in East-Vancouver, in meinem Lieblingsbezirk Commercial Drive.

Die letzte Idee mit Alaska hab‘ ich abgeschminkt, weil es ohne Visum keinen Sinn gemacht hätte. Die hätten mich gleich wieder in den Flieder zurück nach Kanada gesetzt ohne mich überhaupt erst reinzulassen. HelpX und Wwoofing versteht sich als Arbeit gegen Unterkunft und Verpflegung, also benötigt man ein Arbeitsvisum. Na zum Glück besitze ich eines für Kanada!
Alaska steht jetzt auf jeden Fall mit ganz oben auf meiner Reiseziel-Liste!

So, und jetzt kommt’s… aber die meisten von euch wissen es ja schon:

Als Max vor ca. 2 Wochen wieder nach Hause geflogen ist, bin ich ja noch am Flughafen zu Air Canada gegangen, um meinen Aufenthalt zu verlängern. Ich wollte erstmal generell wissen, wie so eine Flugumbuchung abläuft und ob sie denn auch wirklich kostenlos für mich sei, was mir bei der Buchung versichert wurde. Das Personal von Air Canada am Flughafen konnte mir nicht mal weiterhelfen, sondern stellte mich nur vor einem Telefon ab. Ich rief an. Warteschleife. Düdeldü-Musik. Weiterleitung. Düdeldü. …

Während dieser ganzen Wartezeit wurde mir irgendwie bewusst, dass ich gar nicht mehr verlängern wollte. Naja, kein Wunder, wenn ein Stück Heimat gerade wieder zurück nach Deutschland geflogen war.. also ließ ich mir das alles nochmal mindestens eine Woche lang durch den Kopf gehen; währenddessen war ich ja dann in Victoria bei Isabelle & Co.

Ich habe hin und her überlegt und gewartet. Aber es ließ sich nicht ändern, ich wollte nach Hause. Ich bin vollkommen glücklich mit all meinen Erlebnissen und Erfahrungen hier. Jetzt hab‘ ich das Gefühl, dass es einfach Zeit ist, nach Hause zu gehen.

Noch am selben Abend, als ich von Victoria zurück nach Vancouver gekommen bin, rief ich wieder bei Air Canada an und wurde als Begrüßung in eine 30-minütige Warteschleife gesteckt. Kein Scherz! 30 Minuten Werbung und Düdeldü-Musik. Danach konnte mir jemand endlich das nächstbeste Datum verraten. Das war der 7. Februar und dieses Datum steht jetzt fest! Am 6. fliege ich früh morgens hier los, um über Toronto schließlich in Frankfurt zu landen.

Ich freue mich wahnsinnig auf zu Hause und dass ich an meinem Geburtstag meine Liebsten um mich haben werde, macht die Sache natürlich noch besser.

Trotzdem werde ich Beautiful British Columbia sowas von vermissen! Das heißt, ich muss ganz bald wieder zurückkehren!

Meine letzte Woche in Canada nutzte ich also zum Shoppen, Rumschlendern, Schreiben und für ein Ice Hockey Game – sowas musste ich mir vor meiner Abreise dann doch noch unbedingt anschauen. Die Vancouver Giants verloren allerdings kläglich gegen die Kelowna Rockets (5:1). Außerdem hatten wir Idioten neben uns sitzen, die durchgängig den gegnerischen Torwart beleidigten („WHIIIIIIIISTLE – YOU SUCK!“)… war also leider nicht das beste Spiel. Die bessere League kann man sich jedoch nicht leisten, Tickets der Vancouver Canucks kriegt man nicht für unter 200$, zumindest wenn’s so kurzfristig ist wie bei mir.

Hier eine kleine Statistik:
– 155 Tage
– 2 Provinzen
– 3000+ Fotos
– 5 HelpX-Hosts
– 3x Couchsurfing
– 2 Hotels
– 2 B&B’s
– 1x Campen
– 2 Bären

Ach ich werd’s so vermissen…
den Geruch nach Tee in meinem 2. Zuhause in Vancouver.
die zwitschernden Fußgängerampeln.
Tim Horton’s viel zu heiße Heiße Schokolade, wo du am Ende die Zuckerschicht in deinem Becher siehst.
Global BC Nachrichten mit wenig Politik und viel Unterhaltung.
den Regen an der Westküste, der überhaupt erst die wunderschönen Regenwälder ermöglicht.
das insgeheime Hoffen, weder einem Bär noch einem Puma über den Weg zu laufen.
die Schotterstraßen, die dich zu den schönsten Orten führen.
die lauten großen Trucks, die dort so gut zu gebrauchen sind.
die Coast Mountains!
die Seen, die Wälder, das Meer, die Strände voller Treibholz.

Eh?!

Thank you so much to my hosts and friends for all the amazing experiences! I had a great time!

Love, Franzi

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